Literatur - The Tribe

 
Der Anfang

Da stand sie nun , allein auf der Straße. Ringsherum die verängstlichten Menschen, Kinder die bereits wie sie ihre Eltern verloren hatten, Virus erkrankte, Schreie.
Was sollte sie nun tun?
Langsam ging sie auf Dals Haus zu. Ihre Finger zitterten. Langsam und vorsichtig drückte sie den Klingelknopf.
Wenig später hörte sie ein paar Schritte. Die Tür wurde zaghaft geöffnet. Dal streckte seinen Kopf heraus. In seinen Augen spiegelte sich Trauer, tiefe Trauer. Er brauchte nichts zu sagen, sie wusste auch so, was geschehen war.
Vorsichtig trat sie auf ihn zu, bückte sich einwenig und umarmte ihn. In ihr kroch wieder die Trauer hoch, die sie erst gerade, vor wenigen Minuten verdrängt hatte.
Langsam kullerten beiden einen Träne herunter, verließen ihr Wangen und benässten die Schulter des anderen. So verharrten sie eine Weile, sie vergaßen die Gegenwart und schweiften ab in die Vergangenheit. Jeder war mit seinen eigenen Erinnerungen beschäftigt.
Vorsichtig, beinahe ängstlich entzog sich Dal Ambers Umarmung.

Durch einen Wink wies er sie an einzutreten. Er zog sie hinter sich her, bis ins Wohnzimmer. Dort saßen sie sich schweigend gegenüber.
„Wir sollten los, oder?“
„Aber wohin? Wohin willst du gehen Dal?“
„Aufs Land.“ War die kurze aber bestimmte Antwort.
Amber nickte kurz und meinte schließlich: „Ich hole eben meine restlichen Sachen, dann können wir los.“

Dal hörte genau, wie die Tür sich mit einem leisen klick schloss. Schnell packte er seine sieben Sachen zusammen. Wenig später schellte es an der Tür.
Er schnappte sich seine Sachen und trat Amber entgegen, schnallte sich seine Inliner an und schon verschwanden sie, hinaus in die Stadt, die nun vom Chaos mehr oder weniger stark beherrscht wurde.
Keiner von beiden wusste, ob sie es schaffen würden bis hinaus aufs Land zu kommen. Sie konnten nicht wissen, dass alles anders Kam als sie es sich zunächst dachten.