Literatur - Stargate
Morgen ist Weihnachten
Kalter Wind wehte SG-1 ins Gesicht und lies das Team am ganzem Körper frösteln.
Sie standen mitten auf einen kleinen, weißverschneitem Platz, umringt von anscheinend friedlichen Dorfbewohnern, den Mythianern.
Daniel machte den ersten Schritt auf die Mythianer zu und knüpfte so wertvolle Kontakte.
Sie waren im Dorf willkommen.
Noch am selben Abend zog unerwartet ein schwerer Sturm auf, der leider nicht nur einen großen Schaden an dem ganzen Dorf, sondern auch am Stargate und dem DHD angerichtet hatte.
Sam tat alles in ihrer Macht stehende, um das Problem zu beheben.
Tag um Tag suchte sie in der Eiseskälte nach einer Lösung. Ihr Team, besonders Teal’c unterstützen sie dabei. Doch es dauerte nicht lange und
eine fiese Erkältung hatte von ihr Besitz ergriffen.
Zunächst war sie gewillt diese Tatsache zu verdrängen, doch schließlich hatte die Krankheit sie fest im Griff. Müdigkeit und Unkonzentriertheit waren nicht die einzigen Folgen. Fieber und Gliederschmerzen zeigten sich schon bald als ihre ständigen Begleiter.
Jack konnte Sam schließlich davon überzeugen im Haus zu bleiben und sich von Jallos, dem Arzt der Mythianer, behandeln zu lassen.
***
Seit dem waren ein paar Tage vergangen doch Sam ging es leider, trotzt aller Bemühungen, noch immer nicht besser.
Sam starrte Gedankenverloren in das Feuer des Kamins.
Sie hatte sich auf einem weichen warmen Schaukelstuhl zusammengerollt und wippte im Takt der Flammen mit dem Stuhl.
Ihre Augen waren glasig und auf ihrer Stirn hatten sich Schweißperlen gesammelt.
In ihrer Hand hielt sie ein kleines geknülltes Taschentuch.
Sam fühlte sich in diesem Moment etwas alleine und der Gedanke daran, dass ihr Bruder zu Hause ungeduldig auf Antwort wartete, ob sie ihn wie
geplant zum Fest besuchen würde, quälte sie.
Draußen schien das ganze Dorf in Bewegung zu sein, um die Sturmschäden, die vor einigen Tagen entstanden waren, zu beseitigen.
Immer wieder wehten Geräusche von den Zimmerleuten an ihr Ohr herüber, die noch das ein oder andere Holzdach mit Hilfe von Jack und Teal’c
richteten.
Daniel versuchte derweil seinen Wissenshunger zu stillen. Er wollte unbedingt herausfinden, wie das Christentum zu den Mythianern gelangt war.
Aber nicht nur dies faszinierte Daniel. Ihr fest verwurzelter Glaube und die Tatsache, dass ihnen die Geburt Jesu besonders am Herzen lag,
bestätigte Daniel einmal mehr in seiner Annahme, dass das Christentum von der Erde hierher gelangt sein musste.
Für Sam machte der feste Glaube an die Geburt Jesu den besonderen Charme des kleinen Volkes aus, zumal sie noch nicht weit entwickelt waren:
Ackerbau und Viehzucht prägten ihr Leben.
Zurzeit bereiteten sie sich auf Weihnachten vor. Das Fest stand kurz bevor.
Jeder von ihnen hatte eine bestimmte Aufgabe. Einige von ihnen schmückten die Häuser, andere sorgten für das leibliche Wohl – fast ein wenig
zu gut, wie Sam fand – und wieder andere bereiteten die Christmette vor.
Alles lief harmonisch ab, alle arbeiteten Hand in Hand. Manchmal wünschte sich Sam, dass es auch auf der Erde so sein würde.
Auf der Erde war der eigentliche weihnachtliche Gedanke von vielen schon nahezu verdrängt worden. Einige Kinder wussten schon nicht mehr,
warum Weihnachten eigentlich gefeiert wurde.
„Da gibt’s Geschenke!“ War meist die freudige Antwort wenn man sie fragte.
Hier auf Mythia war das anders. Hier lebten alle ihren Glauben noch auf sehr ursprüngliche, sehr einfache Weise. Kein Konsum, keine
Profitmacherei.
Die Mythianer bezogen ihre Gäste wie selbstverständlich in alles mit ein, als wäre SG-1 schon immer ein Teil von ihnen gewesen.
***
Daniel stand nun schon eine ganze Weile im Türrahmen, auch er hatte sich von dem Feuer in seinen Bann ziehen lassen und beobachtete Sam.
Er war sich unsicher, ob er näher heran treten sollte.
Daniel wusste wie sehr Sam Weihnachten liebte und nun saßen sie gemeinsam auf einem Planeten fest, der der Erde sehr ähnlich war und alles
nur noch schlimmer zu machen schien.
Daniel drückte sich vom Türrahmen ab und ging auf Sam zu.
„Hey.“
Sam wandte sich zu ihm um und sah ihn mit großen traurigen Augen an.
„Morgen ist Weihnachten Daniel.“
„Ich weiß“, fast schuldbewusst legte er Sam seine Hand auf ihre Schulter.
Sam hustete und schnupfte in ihr Taschentuch, es war von ihren schweißnassen Händen durchweicht und bot keinen sonderlich schönen Anblick.
Beinahe achtlos warf sie das kleine Knäuel in den Kamin.
Sie beobachtete das Feuer, wie es zunächst nur an einer Ecke nagte, es schwarz färbte, bis blitzschnell das ganze Taschentuch von den
gierigen Flammen erfasst wurde. Nur Bruchteile später tanzten die letzten Fetzen in der Hitze des Feuers, bis es ganz verglühte und als feine
Asche nieder rieselte.
„Sam, ich möchte dir etwas zeigen.“
Sie sah wieder zu Daniel auf, der ihr seine Hand reichte. Sie schaute ihn kurz abschätzend an und ergriff dann zögernd seine Hand.
Daniel umschloss die ihre fest und zog Sam mit einem vorsichtigen Ruck auf ihre Füße, dann reichte er ihr eine warme Jacke.
Noch immer zögernd schloss sie jeden Reisverschluss und jeden Knopf.
„Es ist kalt Daniel.“
Daniel erwiderte nichts, sondern legte mit einem Lächeln sanft seinen Arm um ihre Hüfte, den anderen bot er ihr als Halt an. Sam zögerte
nicht lange und stütze sich dann haltsuchend auf Daniel ab.
So gingen sie langsam immer weiter der Haustür entgegen.
Sam konnte bereits ein wildes Gemurmel und Raunen draußen ausmachen, sie hatte keine Ahnung, was sie erwarten würde.
Daniel drückte Sam sanft. Sie sah ihn fragend an, doch Daniel wich ihrem Blick aus und öffnete die Tür.
Alles war plötzlich still. Es schien, als hätte Mythia für einen Moment den Atem angehalten.
Ein Glöckchen ertönte und das vor ihnen versammelte Dorf begann zu singen.
Sam verstand kein Wort von dem was sie sangen, doch eines wusste sie: Es war eines der Lieder, das die Mythianer in den letzten Tagen
eingeübt hatten – Das Weihnachtsfest hatte für sie begonnen.
Der Chor wurde langsam immer leiser und aus dem Hintergrund wurde eine sanfte Frauenstimme immer lauter. Ganz klar klang ihre Stimme durch
die sternenklare Nacht.
Sam fühlte sich plötzlich von dem Lied erfüllt. Für einen kleinen Moment vergaß sie ihre Grippe und das Schwindelgefühl, das von ihrem Körper
Besitz ergriffen hatte.
Auf einmal teilte sich die Gruppe, bildete eine Gasse, sodass Sam erblicken konnte, von dem sie nicht zu hoffen gewagt hatte.
„Komm.“
Daniel stütze Sam wieder und ging Schritt für Schritt mit ihr gemeinsam auf das Gate zu.
Jack und Teal’c traten aus der breiten Masse hervor und blickten ihr aufmunternd entgegen.
„Major, es geht nach Hause.“
Sam sah ihren Vorgesetzen verblüfft an.
„Wie haben Sie...?“
„Das war Teal'c! Er hat das DHD repariert.“ Jack trat zu ihm und klopfte ihm anerkennend auf die Schulter: „Unser Großer hat einige
verborgene Talente!“
Teal’c verneigte sich kurz vor Sam.
"Und gut bei dir aufgepasst, Major Carter. Wenn du nicht erkrankt wärst hättest du es alleine geschafft."
Sam dankte es ihm mit einem wunderschönen Lächeln.
Daniel wählte die Erde an. „Janet wartet schon auf dich.“
Kaum hatte sich das Wurmloch etabliert traten sie durch den Ereignishorizont.
„Home sweet home!“, rief Jack erfreut.
„Doch noch Weihnachten bei meinem Bruder“, dachte Sam und lächelte zufrieden, bevor sie sich auf den Weg zur Krankenstation machte, während das Team General Hammond Bericht erstattete.