Literatur - bunte Mischung

 
Vergangenheit schmerzt

Manchmal ist es einfacher die Vergangenheit ruhen zu lassen, denn hast du sie einmal aufgeweckt, lässt sie dich nicht mehr los. Du gerätst immer tiefer in seinen Strudel, der dich nach unten zieht und nicht so schnell wieder los lässt. Du schaust dir unweigerlich immer mehr an, denkst an längst vergangene Tage und die Wehmut wird immer größer.

Wenn es doch nur wie früher wäre. Dieser Gedanken umfängt dich, brennt sich fest und auf einmal stehst du da, in mitten deiner eigenen Vergangenheit.
Du stehst an den dir so vertrauten Orten, siehst dich um, Bäume die längst gefällt sind stehen wieder und andere die gewachsen sind verschwinden. Freunde sind nicht mehr erwachsen, sie haben wieder ihren kindlichen Scharm.

Ja du bist angekommen in deiner eigenen Vergangenheit.

Unweigerlich fließt dir eine Träne über das Gesicht.
Es stört dich nicht.
Du schluchzt nicht, klimperst nicht mit deinen Augen. Lässt die Träne einfach kullern, bis sie auf deinen Lippen salzig schmeckt und du sie unweigerlich mit deiner Zunge vernichtest.

Deine Hände tasten nach etwas weichen, dem Kissen, oder dem Teddy, der gerade greifbar ist. Du drückst ihn fest an dich, sinkst in dich zusammen und stehst in deinen Gedanken noch immer dort, wo deine Reise der Vergangenheit begonnen hat.

Du bewegst dich langsam in deiner Vergangenheit. Kleine Details, die dir früher nicht so aufgefallen sind springen dir förmlich ins Gesicht. Du bist überrascht, wie viel du wieder erkennst, wie klar alles ist. Als wäre es gestern gewesen.

Instinktiv gehst du zu deinem liebsten Platz. Kurze Szenen, in denen du dort gespielt hast tauchen vor dir auf. Es ist alles zum greifen nahe und so real.
Dann irgendwann verschwimmen die Gestalten und die Umgebung, bis sie schließlich ganz verschwunden sind.
Du kehrst zurück in die Gegenwart. Siehst dich um. Alles ist verschwommen. Plötzlich wird dir bewusst wie sehr du geweint hast. Dem ersten Taschentuch folgt schon bald das zweite und du krallst dich in deinem Teddy fest.
Du verharrst so noch eine ganze Weile, bis die Erinnerungen wieder verblasst sind. Du bist wieder hier in der Gegenwart.
Und insgeheim freust du dich auf die nächste Begegnung mit deiner Vergangenheit, auch wenn es schmerzt.
Aber das Gute überwiegt. Halte es fest.

07.01.2008